2.4.2 Mannheimer Texte online (MATEO) 
MATEO stellt gegenüber den bisher vorgestellten Volltextangeboten eine
andere Art dar, Bücher online zu publizieren. Die hier zur Verfügung
gestellten Titel, werden als elektronische Faksimileausgabe wiedergegeben.
Das bedeutet, daß die Texte nicht neuerfaßt wurden, sondern in ihrer
tatsächlichen Gestalt auf dem Bildschirm erscheinen. Es handelt sich um ein
Projekt der Universitätsbibliothek Mannheim mit dem Namen "Editio
Theodoro-Palatina", das 1996 begonnen wurde. Nach eigenen Angaben, ist
diese Bibliothek damit die erste in Deutschland, die ihren alten Drucke in
dieser Form präsentiert.48 Es wird eine Werkauswahl aus der historischen
Sammlung der Bibliothek, die etwa 28.000 Titel des Zeitraums 1470-1750
umfasst, angeboten.49 Bisher wurden 20 Titel ausgewählt, die in fünf
Abteilungen den Nutzern kostenlos zugänglich gemacht werden.50 Zusätzlich
zu der elektronischen Faksimileausgabe wird zu jedem Titel eine historische
Einordnung, inhaltliche Zusammenfassung und Beschreibung der
Besonderheiten des in der Bibliothek vorhandenen Exemplars gegeben. Da für
die graphische Darstellung große Datenmengen geladen werden müssen, sind
die Seiten nur einzeln abrufbar. Der Nutzer kann entweder über ein
Inhaltsverzeichnis einzelne Seiten auswählen oder mittels einer Menuleiste die
Seiten in der tatsächlichen Reihenfolge abrufen. Durch diese
Benutzerwerkzeuge ist das Arbeiten mit dieser elektronischen Sammlung recht
komfortabel und auch die Ladezeiten bleiben trotz der hochaufgelösten
Darstellung im Rahmen.

Obwohl diese Sammlung Inhalte der frühen Neuzeit präsentiert, nutzt sie einen
der modernsten Vertriebswege: das Internet. Für diese alten Werke bietet sich
eine solche Verbreitung sehr gut an. Aus verständlichen Gründen ist es in einer
Bibliothek nicht möglich, jedem Besucher der historischen Büchersammlung
das Recht einzuräumen, diese Werke Seite für Seite zu betrachten. Durch die
elektronische Form ist das ohne Gefahr für das Buch möglich. Ein Ausbau
dieses Angebots auf andere historische Quellen ist wünschenswert. Eine
Nutzung solcher Faksimile-Datenbanken, auch im wissenschaftlichen Bereich,
ist denkbar, gerade auch vor dem Hintergrund, daß viele alten Werke nur in
wenigen Exemplaren erhalten sind. Eine weitere positive Folge dieser
Publikationsart ist, daß eine breitere Öffentlichkeit den Zugang zu den
Beständen historischer Sammlungen bekommt. Außerdem gibt es bei diesen
alten Werken keine urheberrechtlichen Probleme. Ob solche Angebote auch in
Zukunft kostenlos zur Verfügung gestellt werden können ist indessen fraglich.