1. Einleitung
Im Zeitalter von Computern und Multimedia wird immer wieder die Frage
nach der Zukunft des Buches gestellt. Im Vordergrund steht hierbei häufig
die
Angst, wie und ob sich das Buch gegen neue Formen des Publizierens
durchsetzen kann. Eine neue Dimension eröffnet sich durch die Möglichkeiten
des Internet. Hier kann jede Information, die in elektronische Form gebracht
werden kann, weltweit verfügbar gemacht werden. Ein Großteil
des Angebots
im Internet ist, zumindest im Moment, noch Textinformation. Das Angebot
an
Literatur im Netz reicht von antiken Texten in lateinischer Sprache über
ehrgeizige Projekte die eine Universal- oder zumindest Nationalbibliothek
ins
Netz bringen wollen, bis zu völlig neuen Formen von Literatur, die
als
Printpublikation überhaupt nicht möglich wären. In diesem
Spannungsverhältnis zwischen Antike und Science Fiction bewegt man
sich,
wenn man sich auf die Suche nach Literatur im Netz begibt.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Versuch unternommen, möglichst viele
Angebote im World Wide Web (WWW) aufzuspüren, die dem Nutzer Zugang
zu Textarchiven, Buchtexten und neuen Literaturformen bietet.1Es
werden die
Schwierigkeiten bei der Suche nach solchen Angeboten beschrieben, die aus
der Struktur des Internets resultieren. Ein besonderes Problem stellt es
dar, die
einzelnen Angebote und Angebotsformen gegeneinander abzugrenzen, da es
heute noch keine allgemeinen Definitionen für diese Art der "Bücher"
gibt. Es
wird daher immer die Frage nach der Nähe zum traditionellen Buch gestellt
und gleichzeitig problematisiert werden, welchen Zusatznutzen sich durch
die
elektronische Form ergibt. Am Ende soll die Frage stehen, wie die Zukunft
von
Literatur im Netz aussehen könnte und auf welche Weise wir diese Angebote
nutzen werden.