1.1 Suchen und Finden im Netz 

Das Angebot im Internet wächst ständig. Dazu kommt die besondere Struktur,
die einen hundertprozentigen Überblick unmöglich macht. Bei der Suche nach
bestimmten Themen oder Formen ist man auf die Hilfe der verschiedenen
Suchmaschinen, wie Alta Vista, Magelan oder Lycos, angewiesen. Doch auch
hier ist vieles dem Zufall oder zumindest dem Durchhaltevermögen des
Nutzers überlassen. Die Auswahl des Suchbegriffs ist nur eine der
Schwierigkeiten bei diesen Suchmaschinen. Hinzu kommt die bereits
angesprochenen Problematik der fehlenden Definitionen. Mit dem Suchbegriff
"Onlinebuch" bzw. "Onlinebook" erzielt man zwar eine riesige Menge an
"Treffern", doch bei einem großen Teil der durch die Suchmaschine
ausgewählten Adressen finden sich dann Inhalte, die nicht in den
Themenbereich der Online-Literatur2 gehören.

Viele Texte kann man nur erreichen, wenn die genaue Adresse bereits bekannt
ist. Eine der ersten Erfahrungen, die man dadurch im WWW macht ist, daß die
gewohnte lineare Vorgehensweise, die man durch das Lesen gedruckter Texte
kennt, nicht unbedingt zum Ziel führt. Das macht die Arbeit zum einen
schwierig zum anderen wird man dadurch an Stellen geführt, die man sonst
niemals entdeckt hätte. Im Bereich der Onlinebücher und -Texte hat es sich
gezeigt, daß man sich, wenn man ein Angebot ausgewählt hat, über die Links3 
zu anderen Literaturservern schnell zu zahlreichen Literaturangeboten
durchfinden kann. Diese keineswegs systematische Art der Suche, führt den
Nutzer zu den verschiedensten Angeboten und entspricht der lebendigen
Struktur des Netzes. In der Praxis bedeutet dies, daß man zunächst eine gute
"Einstiegsadresse" benötigt, von der man sich immer tiefer ins Netz bewegen
kann. Hilfreich war auch die Printpublikation "Literarische Spaziergänge im
Internet"4. Hier werden, neben einer kurzen allgemeinen Einführung in die
Arbeit mit dem Internet, eine große Anzahl von Internetadressen rund um das
Buch vorgestellt. Bibliotheken und Textarchive, aber auch Literaturzeitschriften
und Internetseiten zu einzelnen Werken oder Autoren werden knapp, aber
unter Angabe der genauen Internetadresse beschrieben.

Ein weiteres Problem, das sich aus der speziellen Struktur des Internets ergibt,
ist die Tatsache, daß sich die Inhalte ständig verändern. Die Inhalte einer e
Adresse können sich innerhalb kurzer Zeit stark verändern. Es kann deshalb
keine Garantie gegeben werden, daß die Angebote, wie sie sich im Moment
darstellen und in dieser Arbeit vorgestellt werden, zu einem späteren
Zeitpunkt noch (in dieser Form) existieren.5